Provinz Quedlinburga
Sanfte Hügel und ausgeprägte Auen kennzeichnen die Baronie Quedlinburga. Das Baronsgeschlecht zu Falkenstein hielt bis 326 n. AH. ihre Residenz auf Burg Falkenstein unweit der Provinzhauptstadt Altenburg auf einer Bergzunge hoch über der Saale. Durch den engen Kontakt zu Halla bedingt, führte dieses Geschlecht ein in den Augen der anderen Provinzen eher „verweichlichtes, neumodisches“ Leben, bevorzugt der gesamte quedlinburgische Adel doch den Rapier als standesgemäße Duellwaffe und verzichtet daher zumeist auf Platte, Schild und Schwert. Dennoch sind die meisten Adeligen auch im Umgang mit diesen Attributen ritterlichen Lebens nicht unvertraut, befindet sich doch südlich der Residenz zu Falkenstein eine Ordensburg. Für die körperliche Ertüchtigung der jungen Ritter werden die Ebenen nordwestlich der Ordensburg gern genutzt, wodurch die Grenzen zudem frei von marodierenden Orks und anderem Gesindel gehalten werden.
Ein beliebter Treffpunkt für Pferdekenner ist das Gestüt Radangast inmitten der Provinz. Auf den weitläufigen, saftigen Weiden werden sowohl edle Vollblüter als auch kräftige und ausdauernde Rassen gezüchtet, die vorwiegend in der Kavallerie der Saalier eingesetzt wurden und sich auch in der Ordensburg großer Beliebtheit erfreuen.
Der weiße Wein der Provinz an Saale und Unstrut gilt unter Kennern als ausgesprochen edel. Das würzige Fleisch der an den heidebestandenen Saalehängen weidenden Schnucken wird als Bereicherung der einheimischen Kost gern serviert und gilt als zivilisierte Alternative zum sonst üblichen Wildbret.
Provinz Hoheneichen
Bis vor 20 Jahren gehörte der westliche Teil der heutigen Provinz nicht zu dieser. Hier lag eine Markgrafschaft, Relikt längst vergangener Zeiten. Nachdem Vorwürfe wegen Landesverrates gegen den damaligen Grafen aufkamen, wurde die Grafschaft aufgelöst und an Hoheneichen angegliedert, die ehemalige Residenzstadt Wittbergen hingegen erhielt den Status einer freien Reichsstadt.
Die Stammresidenz des hoheneichener Baronengeschlechtes befindet sich in Dessa. Aber auch in der Freien Reichsstadt Wittbergen untergält man eine kleine Residenz. Im Jahre 325 n.AH. gab es einen plötzlichen Machtwechsel in der Baronie, das alte Markgrafengeschlecht hat nunmehr die Baronie übernommen.
So schön und waldreich die Provinz auch ist, wird doch nur im südöstlichen Teil gesiedelt.
Die in der Provinz beheimateten Waldelfenstämme gehen den Menschen weitestgehend aus dem Weg und durchstreifen die unzugänglicheren Waldgebiete nördlich der Ansiedlungen. Hier sollen auch Druiden, Hexen, Feen, Dryaden und ähnliche Lebewesen existieren. Ob dies so genau stimmt, weiß man nicht. Fest steht, dass aufgrund dieser Gerüchte die Eichen der Provinz als heilig angesehen werden. Sollte man jemanden beim Bäumefällen ertappen, so....
Die Felsnadel, ein steiler, spitzer Felsen inmitten der Provinz dient als Landesteg für das alle zwei Jahre erscheinende Himmelsschiff. Nahe der Handelsstraße nach Dessa gelegen, wagt es jedoch kaum ein Sterblicher, sich ihr freiwillig zu nähern. Seltsame Legenden ranken sich um diesen Ort. Allein die Orakelpriester, die das am Fuße des Felsens gelegene Orakel betreuen, lieben die Abgeschiedenheit ihrer Umgebung und wahren den Kontakt zu den Atzimiten. Die Priester gelten als verschlossen und schweigsam sowie anscheinend allwissend. Allein wer dringend nach Antwort auf eine ungelöste Frage sucht, wagt den Gang zu den Priestern. Oft erhalten sie dann wundersame Antworten, deren Interpretation recht kompliziert ist. Die Weisheit der Priester äußert sich vor allem darin, dass das Orakel eine jahrhundertealte Bibliothek besitzt, deren Bestand durch die unermüdliche Arbeit der Priester ständig im Wachsen begriffen ist. Zum Teil kostbare Abschriften finden sich in den Bibliotheken der Akademie zu Wittbergen und auf der Gemeinburg zu Mansfeld.
Provinz Kupferland
An der Spitze dieser östlichsten aller Baronien steht ein als „hart, aber gerecht“ regierender Provinzherr. Wahrscheinlich prägt das Land die Leute. Gekennzeichnet durch die hügelige bis gebirgige Landschaft leben hier neben Menschen vor allem Halblinge, Zwerge und Gnome. In den teilweise stark abgerodeten Tälern wird Bergbau betrieben. Es wird Kupfer, Kohle und in geringem Maße Silber abgebaut. Der Norden ist noch etwas ursprünglicher und somit waldreicher. Die Provinzhauptstadt Grünspan macht auf Besucher einen imposanten Eindruck. Hoch über den grünen Kupferdächern der in einem Tal gelegenen Stadt erhebt sich die Residenz des Baron Heinrich Eduard VI. von Kupferland, genannt „der Düstere“.
Im Süden, nahe der Unstrut liegt das recht verträumte Städtchen Bardenhain. Wie könnte es anders sein ist die Stadt das Zentrum des saaleschen Bardentums. In engem Zusammenhang damit steht auch die legendäre Bardenbuche. Fragt man jedoch einen Barden danach, warum die Buche so „legendär“ ist, wird dieser nur schmunzeln und eine Melodie zu summen beginnen.
Der Baron selbst ist ein energischer Mann, der seine eigene Garde ständig auf dem neuesten militärischen Stand hält und auch die „Saalier“ alle drei Monate im Südosten seiner Provinz militärisch schulte.
Provinz Meldranien
Hauptstadt dieser Baronie ist die Stadt Giebichenstein.
Geprägt durch seine stark bäuerliche Struktur stellt Meldranien die “Kornkammer“ des Landes dar. Hier gedeihen Hirse, Gerste und Weizen, aber auch mancherlei Obst wie Apfel und Birne sowie verschiedene Früchte der Erde wie Rüben, Erdäpfel und verschiedene Kohlsorten.. Damit wird das gesamte Land mit Grundnahrungsmitteln versorgt. Auf den Wiesen findet man zudem allerlei Bienenvolk, so dass auch an Honig und Met selten Mangel besteht.
Auf dem angrenzenden Honigsee wird intensiv der Fischzucht und dem Fischfang nachgegangen. Zwar werden in jedem der Fischerdörfer, als deren bedeutendste Treibgut, Taros und Gutanger zu nennen wären, kleinere Boote selbst gefertigt und repariert. Die besten Bootsbauer leben jedoch in Taros, wo sie eine Werft unterhalten. Jedes Jahr zum Endsommer hin finden in den Dörfern entlang des Honigsees Prozessionen zu Ehren des Honigseedrachens statt.
Bedingt durch die ländliche Struktur lebt die Landbevölkerung in kleineren Hofverbänden, die sowohl aus Freien, als auch Leibeigenen bestehen. Jedem größeren Hofverband steht ein Vogt vor, der die Leitung im Auftrage des Barons innehat. Er spricht hier Recht in Alltagsbelangen und organisiert die Arbeit des Verbandes. Da ihm die Leibeigenen unterstehen, hat er für deren Bedürfnisse aufzukommen.
Freie Reichsstadt Halla
Mit derzeit 17.000 Einwohnern ist Halla die größte Stadt des Landes. Nachdem die ehemalige Bürgermeisterin Anfang 325 n.AH. zur Baroness erhoben worden ist, verwaltet nun der Gildenrat als Gesamtheit die Stadt. Hier leben alle Rassen, jedoch überwiegend Menschen. Der größte Strom des Landes, die Saale fließt mitten durch die Stadt und prägt damit unter anderem das Stadtbild.
Der Sitz des Gildenrates befindet sich direkt am Markt. Hier tagen die 5 bedeutenden Gilden der Stadt gemeinsam mit einigen Vertretern der kleineren Gilden. Alljährlich findet ein großer Umzug zu Ehren des Rates statt, bei dem das berühmte Fischerstechen auf der Saale vollführt wird. Ein weiterer Höhepunkt im täglichen Leben der Bürger stellt das Lichterfest zu Beginn der Dunklen Jahreszeit dar.
Halla ist durch seinen Handel sehr reich geworden. Vor allem die reichhaltigen Solquellen an den Toren der Stadt sorgen für eine ergiebige Salzgewinnung. Aber auch Alchemie und Mechanik werden in der Stadt betrieben. Im Kaufmannsviertel, in der Nähe des Marktes lebt und wirkt Junker Mirak von Braun, einer der genialsten Erfinder und Waffenbauer des gesamten Landes. Ein berühmtes Luxusgut, die Bitterschmeckkugeln, werden von den erfahrensten Bäckern hergestellt, die ständig bemüht sind, atzimitische Kultur in das Stadtleben einzubringen.
Es gibt keine Leibeigenschaft in der Stadt. Manche Städter helfen geflohenen Leibeigenen sich über Jahr und Tag in der Stadt zu verbergen. Dies führt zum Teil zu einigen Spannungen mit den umliegenden Provinzen.
Die bekannteste Herberge und Schenke „Zum roten Ochsen“ - unmittelbar am unteren Markt - gelegen gilt als „erstes Haus am Platz“ und wird vor allem von begüterten Reisenden in Anspruch genommen. Die „Alchimistenklause“ eine kleine Taverne und Anlaufpunkt für alle, die Tränke, Pulver und Pillen sowie „dazugehörende“ Informationen jeglicher Art benötigen, befindet sich in dem alten, schon leicht verfallenen Stadtteil Schönewitz.
Anfang 326 n. AH. brannte die Stadt mit Ausnahme des Tempelviertels und der Diplomateninsel im Zuge des Bürgerkrieges bis auf die Grundmauern ab. So laufen seit über einem Jahr nunmehr die Wiederaufbaumaßnahmen, die durch die Baronien zum Teil unterstützt werden. Der Gildenrat der Stadt, der sich nunmehr neu zusammenfinden muss, leitet die Stadt weiterhin, hat jedoch keine Stimme mehr im Reichsrat.
Reichsstadt Wittbergen
Diese Stadt erhielt den Titel einer freien Reichsstadt für etwas mehr als 20 Jahre. 326 n. AH. wurde ihr dieser Titel aufgrund der Parteinahme während des Bürgerkrieges wieder aberkannt, so dass sie lediglich den Titel Reichsstadt führen darf, jedoch verwaltungstechnisch wieder zur Baronie Hoheneichen gehört.
Wittbergen ist zwar keine starke Handelsstadt, wohl aber das Zentrum der gelehrten Welt des Saaleschen Landes.
Hier befindet sich die berühmte „Academia Wittbergensis“, deren derzeitiger Kanzler Isidor bis zum Bürgerkrieg mit im Reichsrat saß. Neben einer allgemeinen Grundbildung in Lesen, Schreiben und Rechnen, die jedem auf Wunsch kostenlos vermittelt wird, kann man an den bestehenden Fakultäten in den verschiedensten Bereichen ausgebildet werden. Es gibt jedoch auch Einschränkungen. Ein „Unfall“ an der Fakultät für Magie vor über 180 Jahren - in dessen Verlauf fast ganz Wittbergen und das Umland der Stadt ausgetilgt worden wären - führte dazu, dass ein Ausübungsverbot praktischer Magie in der gesamten Stadt herrscht. Die Akademie unterweist künftige Magier somit nur in theoretischer Magie. Auch einen Ableger der Militärkunst wird man an der Akademie vergebens suchen. Die gesamte sowohl theoretische, wie auch praktische Ausbildung erfolgt allein auf der Bärenburg.
Markgrafschaft Eichenmoor
Ehemals bestand die Markgrafschaft Eichenmoor am Rande der Baronie Hoheneichen, an der Grenze zu Akron, bis sie 305 n. AH. aufgelöst wurde. Geographisch betrachtet, wurde sie also schon immer zur Provinz Hoheneichen gezählt.
Als die Familie von Glogau und Guhrau 328 n. AH. wieder ihren angestammten Markgrafentitel erhielt, wurde auch die Markgrafschaft wieder eingerichtet. Durch erbrechtliche Vorkommnisse vorhergehender Jahre dehnt sich die Markgrafschaft nunmehr über die Provinzen Hoheneichen und Quedlinburga aus.