Allgemeine Heraldik

Ein Wappen besteht vollständig aus folgenden Bestandteilen:

  • Schild
  • Helm
  • Helmzier
  • Devise oder Wappenspruch
  • Schildhalter
  • Wulst oder Kranz


Von all diesen Bestandteilen ist der Schild der Wichtigste.
Das vollständige Ensemble wird Vollwappen genannt.

 

Die Symbolbedeutung der heraldischen Farben soll hier näher beschrieben werden.

Farbe Planet Edelstein Symbolik
Gold/Gelb Sonne Topas Verstand, Ansehen, Tugend, Hoheit
Silber/Weiss Mond Perlen Reinlichkeit, Weisheit, Unschuld, Keuschheit, Freude
Rot Mars Rubin Dienst am Vaterland
Blau Jupiter Saphir Treue, Beständigkeit
Schwarz Saturn Diamant Trauer
Grün Venus Smaragd Freiheit, Schönheit, Freude, Gesundheit, Hoffnung
Braun kein Planet,sondern Drachenhaupt Hyazinth Naturfarbe

Häufig sind auf den Schildern der Wappen Tierdarstellungen zu finden, die eine eigene Symbolik besitzen.

Löwe Der Löwe ist ein abstraktes Herrschaftszeichen und hat folgende Eigenschaften: Er steht für Stärke, Kühnheit, machtvolles Auftreten, Grossmut. Weiterhin verkörperte der Löwe Macht.
Adler Der Adler verkörpert auch Macht. Er ist der Gegenspieler des Löwen, da er und der Löwe zwei feindliche Machtprinzipien vertreten.
Einhorn Das Einhorn ist das legendäre Abbild der Reinheit und Tugendhaftigkeit.
Falke Der Falke ist eigentlich das Minnesymbol für den Geliebten. Als solcher verkörpert er interessanterweise entweder Treulosigkeit oder besondere Treue.
Eber Der Eber ermöglichte eine breite Skala von Assoziationen: negative und positive Komponenten treffen in ihm aufeinander. Der Eber verkörperte den Helden in der alten Tradition, zuchtlose Wildheit, Brutalität, sinnliche Gier und Unreinheit in der christlichen Auffassung.

 

Saalesche Heraldik

Für die Farbgebung der Wappenröcke gab es bis 328 n. AH auch eine Regelung. Das Baronsgeschlecht legte die Grundfarbe des Wappenrockes fest, was zur Folge hat, dass die Wappenröcke der Baronshäuser einfarbig waren. Die Lehnsnehmer des Barons konnten dies so beibehalten, da auf jedem Wappenrock noch das zugehörige Hauswappen über dem Herzen getragen werden muss. Sie konnten ihre Wappenröcke jedoch auch teilen oder vierteln; hatten indes folgende Regeln zu beachten:

  • Die Grundfarbe der zugehörigen Baronie musste immer Bestandteil sein.
  • Es durfte zur Kombination nicht die Grundfarbe einer anderen Baronie gewählt werden.

Da diese Regeln nur bedingt einzuhalten waren, wurden sie 328 n. AH. dahingehend gelockert, dass die Lehnsnehmer die Farben des Wappens in ihrem Wappenrock widerspiegeln dürfen. Somit konnten zu starke Verwechslungen aufgrund der gehäuften Gleichheit des Wappenrockes ausgeschlossen werden.

 

Regeln für das Wappen

  • Silber und Gold sind Metalle; Rot, Schwarz, Blau und Grün sind Farben.
  • Farben können Wappen unterscheiden (Ein sonst identisches Wappen in anderen Farben ist eigenständig)
  • Darstellungsregeln: Immer Farbe auf Metall oder umgekehrt, nie Farbe auf Farbe oder Metall auf Metall.
  • Je weniger Tinkturen im Wappen, desto klarer (optimal: Ein Metall und eine Farbe).
  • Tinkturen sind frei wählbar.
Regeln für die Schildteilung
Grundsätzlich kann der Wappenschild durch senkrechte und waagerechte Linien in Felder aufgeteilt werden. Bei der Einteilung durch waagerechte Linien wird das obere Drittel als "Schildhaupt", das mittlere Drittel als "Mittelstelle" und das untere Drittel als "Schildfuß" definiert. Bei der Einteilung durch senkrechte Linien wird die (vom Betrachter aus) linke Seite als "rechte Flanke", die Mitte als "Herzstelle" und die (vom Betrachter aus) rechte Seite als "linke Flanke" bezeichnet Der Austausch von "rechts" und "links" entsteht dadurch, dass die Wappen aus Sicht des Wappenträgers beschrieben werden.

Schildteilungen sind durch an den Schildrand anstoßende Linien entstehende geometrische Aufteilungen der Schildfläche. Dabei brauchen die Linien nicht immer Geraden sein, sie können gebogen, gezackt , wellenförmig usw. sein.

 

Wappenrolle des Saaleschen Landes